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Mutter nach der Geburt

Je nachdem, wie die Entbindung verlaufen ist, möchten Sie sich möglicherweise nur ausruhen. Sie werden müde, aber glücklich ihr Kind im Arm halten und betrachten. In den ersten acht Wochen nach der Geburt, die auch Wochenbett genannt wird, passieren viele Dinge in Ihrem Körper gleichzeitig. Ihre Gebärmutter verkleinert sich rasant, Wunden heilen, Sie beginnen Ihr Kind zu stillen und vor allem lernen Sie Ihr Kind kennen. Es ist eine aufregende, aber auch anstrengende Zeit, in der Sie sich bei Bedarf Hilfe und Rat von Ihrer Hebamme holen sollten. Mit ihr sollten Sie schon lange vor der Geburt Kontakt aufgenommen haben.

"Heultage" und Wochenbettdepression
Sexualität nach der Geburt
Allgemeines zum Wochenbett
Rückbildung und Wochenfluss

"Heultage" und Wochenbettdepression

Drei bis vier Tage nach der Entbindung überfällt viele Frauen wie aus heiterem Himmel eine Stimmungslage, die ihr Allgemeinbefinden erheblich durcheinander wirbeln kann. Meistens fließen die Tränen ohne ersichtlichen Grund. Im Allgemeinen verschwindet diese Stimmung nach einigen Tagen wieder, ohne Folgen zu hinterlassen. Besondere Fürsorge des Partners in dieser Zeit, verständnisvolle Gespräche mit ihm und anderen vertrauten Personen können sehr hilfreich sein.

In sehr seltenen Fällen können schwere Depressionen oder andere seelische Erkrankungen (zum Beispiel eine Psychose) während der Zeit des Wochenbetts auftreten. Diese sind nicht mit den gewöhnlichen Heultagen zu verwechseln! Sie müssen unbedingt und frühzeitig medizinisch behandelt werden.

Sexualität nach der Geburt

Die Frage, wann nach der Entbindung der Geschlechtsverkehr wieder aufgenommen werden kann, stellt sich spätestens dann, wenn die Eltern wieder etwas mehr Zeit für sich haben. Direkt nach der Geburt des Kindes werden Sie sehr von der Betreuung des Neugeborenen beansprucht sein. So stellt sich die Lust auf sexuelle Betätigung in vielen Fällen nicht sofort ein. Wann immer aber der Zeitpunkt gekommen ist, dürfen Sie ihren Bedürfnissen nachgeben. Bei vielen Frauen ist es so, dass sie längere Zeit nach der Entbindung keine Lust auf Sex haben. Sie sind erschöpft von den Anstrengungen der Geburt. Durch die Pflege des Babys, die häufig auch mit Schlafmangel verbunden ist, fühlen Sie sich ausgelaugt. Die Versorgung bereits vorhandener Geschwister kann zusätzlich an den Kräften zehren. Auch hat sich der Körper durch Schwangerschaft und Geburt verändert und man muss sich neu kennen lernen. So bleibt manchmal weder Zeit noch Energie für den Partner. Das kann die Paarbeziehung natürlich belasten.

Viele Paare erleben den ersten Sex nach einer Schwangerschaft nicht ganz unbelastet. Der Körper der Frau hat sich durch Schwangerschaft und Geburt verändert und man muss sich erst wieder neu kennenlernen. Es gibt aber auch Frauen, die sich gerade jetzt kraftvoll fühlen. Sie sind stolz auf die vollbrachte Leistung, fühlen sich attraktiv und anziehend, erleben erotische Situationen sogar genussvoller als vor der Schwangerschaft. Was es nicht gibt: Eine Regel, die sagt, was, wann und wie Frauen, Männer, Paare fühlen, womöglich fühlen sollen. Hier gibt es kein Rezept, das vorschreibt, was Sie tun sollen. Hören Sie auf sich und bleiben Sie mit Ihrem Partner im Gespräch. So können Sie herausfinden, wann für Sie beide der Zeitpunkt für die Belebung sexueller Aktivitäten gekommen ist.

Allgemeines zum Wochenbett

Die erste Zeit nach der Geburt, auch Wochenbett genannt, beginnt mit der Ausstoßung des Mutterkuchens (Plazenta) und endet acht Wochen nach der Geburt. Am besten machen Sie sich schon vor der Geburt Gedanken über diese Zeit. Organisieren Sie sich eine Nachsorgehebamme, sie kommt in den ersten Lebenstagen und -wochen je nach Bedarf und sieht nach Ihnen und Ihrem Kind. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen, es ist aber an Ihnen, rechtzeitig mit einer Hebamme in Kontakt zu treten. Überlegen Sie auch gemeinsam, ob der Partner oder eine andere Person Ihres Vertrauens die erste Zeit bei Ihnen verbringen kann, um Sie zu unterstützen. Noch ein praktischer Tipp: Kochen Sie sich in den letzten Wochen der Schwangerschaft vor und frieren Sie portionsweise ein, damit Sie im Wochenbett nicht noch zusätzlich kochen müssen.

Rückbildung und Wochenfluss

Die Blutung, die nach der Geburt noch einige Wochen anhält und sich in Menge und Farbe verändert, nennt man Wochenfluss. Sie ist nicht vergleichbar mit der Menstruationsblutung. Der Wochenfluss ist das Sekret aus der Stelle, an der der Mutterkuchen während der Schwangerschaft haftete. Wenn sich der Mutterkuchen nach der Geburt des Kindes löst, entsteht eine Wundfläche, die natürlich wieder heilen muss. Nach vier bis sechs Wochen wird der Wochenfluss versiegt sein. Achten Sie in dieser Zeit besonders auf Hygiene. Verwenden Sie zum Beispiel zwei verschiedene Waschlappen für den Intimbereich und die Brust, da der Wochenfluss nicht in Kontakt mit der Brust kommen sollte.

Zweit- und Drittgebärende werden im Frühwochenbett, d.h. in den ersten Tagen nach der Geburt, verstärkt Nachwehen spüren. Diese Kontraktionen sind sinnvoll, denn mit ihnen bildet sich die Gebärmutter zurück. Erstgebärende spüren diese Wehen in der Regel nicht, dennoch können sie auftreten. Innerhalb ca. einer Woche wird sich die Gebärmutter wieder auf ihre normale Größe verkleinert haben.