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Start ins Schulleben

Die erste Aufregung über den Schulbeginn hat sich gelegt. Die Schultüte ist geleert. Ihr Kind geht nun täglich zur Schule und tut das meistens gerne. Es lernt ständig Neues hinzu: Buchstaben und Zahlen, Lieder, Spiele, Sportarten und Freunde. Meist ist es sehr stolz darauf, nun schon zu den "Größeren" zu gehören.

Überwiegen auch bei Ihnen die positiven Gefühle? Oder mischen sich in Stolz und Zuversicht auch Bedenken: Wird sich mein Kind auch im Alltag gut mit der Schule arrangieren und sich als Schulkind bewähren? Kommt es gut mit? Behält es den Spaß an der Schule und am Lernen?

Für die weitere schulische Entwicklung Ihres Kindes sind die ersten Schuljahre äußerst wichtig. Und es werden Weichen gestellt, die weit über eine erfolgreiche Schullaufbahn hinausreichen. Neben den Grundlagen im Lesen, Schreiben und Rechnen wird jetzt die Entwicklung des Selbstwerts, der Leistungsmotivation, der Lernfähigkeit und der sozialen Kompetenzen entscheidend geprägt.

Eine wichtige und aufregende Zeit also. Sie können Ihrem Kind dabei helfen, den Start ins Schulleben so angenehm und erfolgreich wie möglich zu gestalten.

Wie fördere ich eine positive Einstellung meines Kindes zur Schule?
Geben Sie Ihrem Kind zuhause Sicherheit und Geborgenheit!
Die ganze Familie organisiert sich neu!
Was kann ich tun, damit mein Kind gerne lernt?
Bauen Sie sich ein gutes soziales Netzwerk auf!

Wie fördere ich eine positive Einstellung meines Kindes zur Schule?

Erinnern Sie sich gerne an Ihre eigene Schulzeit? Oder haben Sie eher schlechte Erfahrungen gemacht, die Sie Ihrem Kind insgeheim am liebsten ersparen würden? Ihre eigene Einstellung zur Schule beeinflusst die Ihres Kindes sehr. Lassen Sie sich Ihre Skepsis also nicht zu sehr anmerken. Bedenken Sie, dass Schule heute ganz anders ist als zu ihrer eigenen Schulzeit. Von der Pädagogik her ist viel geschehen, Schule gerade anfangs kindgerechter zu gestalten.

Zeigen Sie Interesse am Schulleben Ihres Kindes - am Unterrichtsstoff ebenso wie an den neuen Freundschaften, die es dort knüpft oder am Verhältnis zu den Lehrern.

Fragen Sie es aber nicht permanent aus. Gerade nach der Schule wollen Kinder oft erstmal abschalten. Akzeptieren Sie es also, wenn Ihr Kind gerade nichts erzählen will. Es wird dies tun, sobald es sich mit dem Thema wieder auseinandersetzen will.

Die Schule bietet Ihrem Kind vor allem neue Lernchancen und Kontaktmöglichkeiten. Zumindest in den ersten beiden Schuljahren können Sie die Tatsache, dass Ihr Kind nun von der Lehrkraft beurteilt wird, noch getrost als Chance sehen. Noten gibt es erst in der zweiten Klasse, bis dahin erhalten die Kinder Wortgutachten. Vielleicht erkennen Sie an Ihrem Zögling ja völlig andere, nie geahnte Seiten! Schließlich wird ja auch in der Schule nicht nur kritisiert, sondern auch gelobt.

Geben Sie Ihrem Kind zuhause Sicherheit und Geborgenheit!

In seinem neuen Lebensabschnitt braucht Ihr Kind zuhause ein gemütliches Nest, in dem es auftanken und sich für die neuen Herausforderungen rüsten kann.

Schule ist nicht alles! Fördern Sie ihr Kind darin, schöne Hobbys zu finden und auch außerhalb der Schule Freundschaften oder verwandtschaftliche Kontakte zu pflegen. Lassen Sie es weiterhin auch an Ihrem Leben teilhaben. Ein gutes familiäres Klima ist eine wichtige Grundlage für den schulischen Erfolg Ihres Kindes.

Vielfältige Freizeitangebote helfen Ihrem Sprössling dabei, wichtige intellektuelle, soziale und persönliche Kompetenzen zu entwickeln. Und sollte es in der Schule gerade einmal nicht ganz so gut laufen, kann er aus seinem Umfeld und seinen Interessen Kraft schöpfen, Trost finden und neues Selbstbewusstsein aufbauen - eine gute Voraussetzung, um Schulstress gar nicht erst an sich herankommen zu lassen.

Sorgen Sie dafür, dass es auch unverplante Zeit gibt: für spontane Einfälle, zum Entspannen und Austoben, zum Nichtstun. Ihr Kind soll ein Kind sein dürfen. Dazu gehört auch Raum für erwachsenenfreie Zeit.

Die ganze Familie organisiert sich neu!

Mit dem Schulbeginn eines Kindes muss die ganze Familie neue Alltagsroutinen finden. Vieles sollte und muss schon vorab geplant werden. Das schützt aber nicht vor beruflichen oder familiären Veränderungen. Vielleicht macht auch manche unrealistische Einschätzung eine organisatorische Nachbesserung nötig. Versuchen Sie nicht, sich auf Biegen und Brechen durch Stress und Chaos durchzuwursteln. Suchen Sie frühzeitig nach Lösungen. Reden Sie mit der Schule, die ihr Kind besucht. Die meisten Schulen bieten schon recht flexible Betreuungsmodelle an, die auch noch während des Schuljahres angepasst werden können.

Würde es vieles erleichtern, wenn Sie für Erledigungen einen Nachmittag pro Woche Zeit hätten? Erkundigen Sie sich über die verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten, die es in Ihrer Nähe gibt und die zu Ihrer Familie passen. Machen Sie sich aber keinesfalls den Vorwurf, Ihr Kind "abzuschieben", nur weil Sie die Grenzen und die Belastungsfähigkeit Ihrer Familie nicht überstrapazieren. Ihr Kind freut sich wahrscheinlich sogar, alte Kontakte im Hort zu pflegen. Es begrüßt vielleicht auch die Gelegenheit, die Hausaufgaben in einem persönlich weniger aufgeladenen Umfeld zu machen.

Knüpfen Sie ein Betreuungsnetz, um auch auf unvorhergesehene Fälle wie zum Beispiel Krankheiten, Hitzefrei usw. reagieren können.

Knapp bei Kasse? Erkundigen Sie sich, ob Sie finanzielle Unterstützung erhalten können.

Die größten Veränderungen kommen auf das frischgebackene Schulkind zu. Achten Sie darauf, dass es sich zunehmend mit den neuen Rahmenbedingungen arrangiert. Gewöhnen Sie es an feste Schlafenszeiten. Grundschulkinder brauchen noch ca. zehn bis zwölf Stunden Schlaf pro Nacht. Damit es einschlafen kann, sollte zu viel, zu später und zu aufwühlender Fernsehkonsum tabu sein.

Neben einer Tagesplanung, die das Bedürfnis nach ausreichender Bewegung und Austoben, nach Spiel, Kommunikation und Erholung berücksichtigt, gilt es natürlich, auch unter den veränderten Bedingungen des Schullebens auf eine gesunde Ernährung zu achten. Trinkt Ihr Kind genügend? An der Schule treten diese Grundbedürfnisse in der Pause oftmals in den Hintergrund. Da ist das Spiel mit den Klassenkameraden schon mal wichtiger.

Hausaufgaben sollten in einer entspannten Atmosphäre gemacht werden können, am besten zu einem festen Zeitpunkt. Helfen Sie Ihrem Kind, sie so zu organisieren, dass die Freizeit nicht zu kurz kommt.

Nehmen Sie immer Rücksicht darauf, dass Grundschulkinder noch eine recht kurze Aufmerksamkeitsspanne haben. Nach 15 bis 20 Minuten ist eine kleine Pause angebracht, in der das Kind für einige Minuten frische Lust schnappen, sich ein Getränk holen oder die Katze füttern kann.

Anfangs müssen Sie Ihrem Kind helfen, die Schultasche für den nächsten Tag zu packen. Machen Sie das gemeinsam am besten gleich im Anschluss an die Hausaufgaben. Denken Sie auch daran, unnötigen Ballast herauszunehmen. Und vergessen Sie den Turnbeutel nicht.

Arbeiten Sie darauf hin, dass Ihr Kind diese Dinge mit wachsender Selbstständigkeit bewältigt.

Was kann ich tun, damit mein Kind gerne lernt?

Lernen gelingt dann gut, wenn es mit positiven Gefühlen verbunden ist. Wenn Ihr Kind die eigenen Fortschritte erkennt, wird es sich freuen und seine Fähigkeiten erweitern wollen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bei Erfolgserlebnissen im Gehirn Botenstoffe ausgeschüttet werden, die glücklich machen. Lernen ist dann mit einem positiven Gefühl verbunden. Man macht es gerne wieder.

Wenn das Kind die eigenen Fortschritte nicht wahrnimmt, sondern vor allem das im Blick hat, was es noch nicht kann, bleibt das Erfolgserlebnis natürlich aus. Lernen ist dann nicht etwas, was ein gutes Gefühl gibt, sondern eine schwere und womöglich niemals zu bewältigende Belastung.

Verabschieden Sie sich von überzogenen und unrealistischen Erwartungen und helfen Sie Ihrem Kind dabei, das auch zu tun! Ihr Kind vollbringt eine Meisterleistung, wenn es Schreiben, Lesen und Rechnen lernt. Es verdient Ihre Anerkennung. Helfen Sie ihm, die eigenen Fortschritte als Erfolge zu sehen. Loben Sie ihr Kind dafür und vermitteln Sie ihm damit auch Motivation und Zuversicht für weiteres Lernen.

Mag sein, dass nicht alles sofort klappt. Kinder entwickeln sich unterschiedlich und oft auch in Sprüngen. Manches lernt ein Kind auf Anhieb, für Anderes braucht es dafür wieder länger. Und plötzlich löst sich ein Knoten.

Haben Sie Geduld und ermutigen Sie Ihr Kind, wenn es mal schwieriger wird. Die Fähigkeit durchzuhalten und etwas immer wieder zu probieren, will auch gelernt sein. Damit sich das Kind weiterhin gerne anstrengt, ist es wichtig, Bemühungen genauso zu loben wie Ergebnisse.

Achten Sie auch darauf, dass die Aufgaben nicht zu leicht sind. Das Kind muss auch die Gelegenheit haben, sich anzustrengen und sich weiterzuentwickeln.

Manchmal muss Ihr Kind etwas lernen, was ihm langweilig oder gar sinnlos erscheint. Die Lehrkraft wird sich zwar stets bemühen, an die Interessen der Kinder anzuknüpfen. Immer wird ihr das aber auch nicht gelingen. Sie kennen Ihr Kind und wofür es sich begeistern kann. Stellen Sie die auf den ersten Blick öden Aufgaben in einen Zusammenhang, der ansprechend und motivierend wirkt.

Natürlich spielen Hausaufgaben für den schulischen Erfolg eine wichtige Rolle. Manchmal muss auch zusätzlich geübt werden. Unterstützen Sie das Kind dabei. Aber immer nach der Devise: "Hilf mir, es selbst zu tun!"

Machen Sie Ihrem Kind neben der Schule und dem Schulstoff vielseitige, spannende und motivierende Angebote. Das macht Spaß, bietet einen Ausgleich zur Schule und fördert ein gutes Familienklima . Die dabei erworbenen Kompetenzen sind auch hilfreich für die Schule.

Bauen Sie sich ein gutes soziales Netzwerk auf!

Fördern Sie Ihr Kind dabei, in der Schule gute Beziehungen aufzubauen. Bringen Sie sich aber auch selbst ein. Dazu haben Sie als Eltern in der Schule zahlreiche Möglichkeiten.

Der Elternbeirat zum Beispiel hat Mitspracherechte in Sachen pädagogisches Konzept, Hausaufgaben, Prüfungen, Schulbücher und Lernmittel, Schulveranstaltungen, Durchführung von Projektwochen u.v.m.

Lehrer und andere Ansprechpartner sowie möglichst viele andere Eltern zu kennen, schadet keinesfalls. Eltern mit weniger Zeit oder Gestaltungslust treffen sich häufig auch zu unverbindlicheren Anlässen, zum Bespiel zu Stammtischen. Oftmals ergeben sich für alle Beteiligten neue Freundschaften oder nützliche Netzwerke, die den Alltag erleichtern helfen, etwa beim Abholen der Kinder aus der Schule. Besteht schon Kontakt mit der Lehrkraft, so lassen sich eventuell auftretende Schulprobleme sehr viel leichter lösen.

In jedem Fall verhilft der Austausch dazu, eigene Erfahrungen besser einzuordnen und das Klassenklima positiv zu beeinflussen. Brauchen alle Kinder so lange für die Hausaufgaben? Das befreit das eigene Kind von der Unterstellung der Trödelei und die Lehrkraft sollte informiert werden. Brauen sich in der Klasse Konflikte zusammen? Werden einzelne Schüler gar gemobbt? Wenn schon Kontakte hergestellt wurden, lassen sich diese Fälle deutlich leichter bewältigen.