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Schulnoten

Schulnoten sind eine Leistungsbeurteilung von Schülern durch die Lehrer einer Schule. Sie können den Schüler motivieren, kränken oder entmutigen. Für Ihr Kind sind die ersten Noten eine wichtige Erfahrung, denn nun lernt es, sich an den eigenen Leistungen und an denen anderer messen zu lassen, stolz auf eigenen Erfolg zu sein, mit Enttäuschungen umzugehen und Konsequenzen aus Misserfolgen zu ziehen. Für diese Entwicklungsschritte braucht es dringend die liebevolle Unterstützung seiner Eltern. Sonst kommt es möglicherweise zu Schulstress oder gar Schulproblemen. Denken Sie jedoch bitte immer daran, dass eine Schulnote nur eine subjektive Momentaufnahme eines einzelnen Lehrers ist, bewerten Sie Ihr Kind nicht über seine Noten – es hat so viele liebenswerte Eigenschaften und wichtige Fähigkeiten, die nicht über ein Notensystem erfasst werden können.

Schulnoten in der Grundschule
Schlechte Noten
Schleichender Leistungsabfall
Schlechtes Zeugnis - Versetzung gefährdet

Schulnoten in der Grundschule

1.Schuljahr
Im 1. Schuljahr bekommt Ihr Kind noch kein Zeugnis mit Noten, sondern eine schriftliche Beurteilung, die den Leistungsstand, den Lernfortschritt und den Förderbedarf Ihres Kindes enthält.

2. Schuljahr
Die Schüler bekommen im Jahreszeugnis der 2. Klasse in allen Fächern bereits Ziffernnoten. Zusätzlich werden das Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten in vier Kategorien (A-D) bewertet. Für Fächer, die mit der Note 4 und schlechter beurteilt werden, muss das Zeugnis Aussagen zu Lernfortschritt und Förderansatz beinhalten.

3. und 4.Schuljahr
Vom 3. Schuljahr an beginnt die sogenannte Übertrittsphase an eine weiterführendeSchule. In dieser Phase beobachten die Lehrer genau, welche individuellen Voraussetzungen Ihr Kind mitbringt. Der Übertritt an die Mittelschule erfolgt ohne weiteres Übertrittsverfahren, der an die Realschule oder an das Gymnasium ist abhängig von der Empfehlung der Grundschule im Übertrittszeugnis.

Übertrittszeugnis
Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 4 erhalten Anfang Mai ein Übertrittszeugnis. Es enthält

  • die Jahresfortgangsnoten in allen Fächern;
  • die Gesamtdurchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht;
  • eine Bewertung des Sozial- sowie des Lern- und Arbeitsverhaltens;
  • eine zusammenfassende Beurteilung, in der die derzeitige Eignung für den weiteren Bildungsweg festgestellt wird.

Schlechte Noten

Schlechte Noten bewirken, dass das Selbstvertrauen Ihres Kindes stark erschüttert wird. Bei schlechten Noten sollten Eltern gemeinsam mit dem Kind überlegen, was es beim nächsten Mal besser machen kann und nicht nur die schlechte Leistung im Auge haben. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihr Kind auf seine Stärken hinweisen und damit dazu beitragen, dass sein Selbstvertrauen wieder gestärkt wird. Jedes Kind hat seine eigenen Stärken und Fähigkeiten. Wer in Mathe schlecht ist, kann daher in Deutsch besonders gut sein. Oder Ihr Kind hat seine Stärken im Sport – oder Kunstunterricht. Alle diese Stärken sind lobenswert und sollten von den Eltern deshalb gefördert werden.

Sollten sich schlechte Noten jedoch häufen, ist es wichtig, sich Gedanken zu machen, was die Ursache hierfür ist. Hat das Kind genug Ruhe und Zeit für Hausaufgaben und Lernen? Könnte es von Eltern oder älteren Geschwistern unterstützt werden? Braucht es Förderunterricht oder externe Nachhilfe? Muss es erst lernen, in der Schule zu lernen? Oder steckt hinter den schlechten Noten Prüfungsangst? Leidet es unter Schulstress oder anderen Schulproblemen? Ist es lernbehindert, hat es eine Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwäche?

Bei all diesen Überlegungen ist es ratsam, das Gespräch mit der Lehrkraft zu suchen und gemeinsam zu überlegen, wie die Leistung verbessert werden kann.

Was Sie als Eltern auf jeden Fall vermeiden sollten, sind der Vergleich mit besseren Mitschülern und starker Druck. Denn Grundvoraussetzung für Lernerfolg sind Spaß am Lernen und der Schule. Gerade wenn Prüfungsangst der Grund für die schlechten Noten ist, hilft kein Druck. Hier können Sie Ihrem Kind helfen, wenn Sie es in kleinen Erfolgen bestätigen und es für seine Stärken loben. Denn hinter Prüfungsangst steckt in der Regel mangelndes Selbstvertrauen. Bedenken Sie auch immer, dass Noten nur eine Momentaufnahme der Situation sind und es „Spätentwickler“ gibt, die viel Anlaufzeit brauchen.
Bleibt es bei den schlechten Noten, ist die Frage gerechtfertigt, ob das Kind auf die richtige Schule geht. Sprechen Sie mit Ihrem Kind und suchen zusammen eine Lösung. Vielleicht ist ein Schulwechsel eine gute Lösung?

Beraten Sie sich jedoch vor einer derart weit reichenden Entscheidung mit den Lehrern oder Beratungslehrern der Schule.

Schleichender Leistungsabfall?

Werden die Noten im Laufe des Schuljahrs immer schlechter, sollte man genau hinsehen.

In welcher Situation befindet sich das Kind? Gibt es Probleme in der Familie wie zum Beispiel eine Trennung? Gefällt es ihm in der Klasse? Ist es in einer Mobbingsituation? Hat es Probleme mit Freunden oder gibt es gar Konflikte in der Klassengemeinschaft? Werden die Noten nur in einem Fach schlechter und hat es vielleicht Schwierigkeiten mit einem Lehrer? Empfindet es die Schule als stressig? Oder liegt ein anderes Schulproblem vor?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Vielleicht kann es ausdrücken, ob und warum es Probleme hat.
Suchen Sie auf jeden Fall auch den Kontakt zu Lehrer, Vertrauenslehrer oder Schulleitung.

Schlechtes Zeugnis - Versetzung gefährdet

Wenn Ihr Kind trotz aller Mühen und Nachhilfe immer wieder schlechte Noten schreibt, sodass es zur Gefährdung der Versetzung und zum schlechten Zeugnis kommt, sollten Sie sich weiterreichende Gedanken machen.

Ist es besser, das Kind mit Nachhilfe und jeglicher Unterstützung durch das Schuljahr zu pauken, in der Hoffnung, dass es im nächsten Schuljahr einen besseren Start schafft? Oder ist es besser, dass das Kind die Klasse wiederholt, den Stoff noch einmal aufarbeitet und dann die Schullaufbahn weiter fortsetzen kann?

Dann allerdings müsste es seine gewohnte Klasse verlassen. Wenn auch diese Maßnahmen nicht geeignet sind, kann häufig nur noch ein Schulwechsel helfen.

Ständige Niederlagen demotivieren Ihr Kind. Deshalb macht es keinen Sinn, einen schwachen Schüler durch einen höheren Schulabschluss zu quälen.

Zudem ist unser Schulsystem variabel. Nach dem Schulabschluss kann sich Ihr Kind immer noch eine höhere Schule besuchen. Manche Kinder sind Spätentwickler, die den Spaß am Lernen erst als Teenager entdecken.

Wie sollten sich also Eltern verhalten, wenn die Versetzung gefährdet oder das Zeugnis schlecht ist?

Leider ist es so, dass viele Kinder regelrechte Angst vor ihren Eltern haben, wenn die Versetzung gefährdet oder das Zeugnis schlecht ist. Ein schlechtes Zeugnis sorgt häufig für Streit, Ärger und manchmal auch für gefährliche Kurzschlussreaktionen.

Handelt es sich um das Zwischenzeugnis, sollte gemeinsam überlegt werden, ob eine Verbesserung der Leistung möglich ist, in welchem Fach dies wahrscheinlich ist, ob Nachhilfe eine geeignete Möglichkeit zur Leistungsverbesserung wäre etc. Vorwürfe und starker Druck werden Ihrem Kind nicht dabei helfen, die Versetzung doch noch zu schaffen. Es fühlt sich sowieso schon schlecht und zweifelt an seinen Fähigkeiten.

Sie als Eltern können ihm nur helfen, wenn Sie sein Selbstbewußsein wieder stärken und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zur Leistungsverbesserung suchen.

Handelt es sich um das Jahreszeugnis und die Versetzung in die nächsthöhere Klasse ist nicht geschafft, braucht Ihr Kind dringend Ihre Unterstützung. Es fühlt sich als Versager und hat zudem Angst, seine Schulfreunde zu verlieren.

Kein noch so schlechtes Zeugnis ist es wert, dass Ihr Kind von daheim wegläuft oder sich sogar selbst etwas antun möchte. Leider ist dies aus Angst vor Bestrafung oder Liebesentzug durch die Eltern nicht so selten und daher wurden bundesweit Sorgentelefone für Kinder- und Jugendliche eingerichtet, an die sich diese wenden können.

Natürlich ist auch für Sie als Eltern ein schlechtes Zeugnis Ihres Kindes eine Situation, in der Sie vielleicht externe Hilfe benötigen. Wenden Sie sich deshalb an externe Beratungsstellen bzw. Ihr zuständiges Jugendamt.