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Laufen lernen

Der Übergang zur aufrechten Haltung bedeutet für das Kind einen enormen Gewinn. Hochstemmen, Stehen mit Hilfe, Entlangtasten an Tischkanten sind Stationen auf dem Weg zum Laufen.

Jeder Schritt will erarbeitet, jeder Fortschritt erprobt werden. Kleine Hilfen von Erwachsenen unterstützen. Entscheidend ist die eigene Initiative des Kindes.

Durch ständiges Üben gewinnt das Kind Sicherheit. Es wird schneller in der Bewegung. Nach einiger Zeit kann es frei stehen. Es folgen die ersten freien Gehversuche. Die Schritte sind noch kurz und wackelig, es plumpst oft auf den Po. Die Schritte werden regelmäßiger, geradeaus Laufen funktioniert schon, beim Treppensteigen wird ein Fuß benutzt, der andere nachgezogen. Wenn es etwas aufheben will, bückt es sich, anstatt in die Hocke zu gehen.

Bedeutet das Gehen keine Anstrengung mehr, geht`s richtig los: laufen, rennen, schnell in Kurven flitzen, balancieren, springen, auf einem Bein stehen, klettern, Treppen steigen, Dreirad fahren... Alle diese Dinge werden mit Begeisterung gemacht.

Das Kind erobert sich einen großen Raum und testet seine Grenzen aus. Manche Kurve wird noch zu schnell genommen, mancher Baum ist noch zu hoch. Es lernt, mit Frustrationen zurechtzukommen.

Wann soll mein Kind laufen können?
Wann braucht mein Kind die ersten Schuhe?
Haben Lauflerngeräte oder Babyhopser einen Sinn?

Wann soll mein Kind laufen können?

Alle anderen gleichaltrigen Kinder laufen schon? Keine Sorge, wenn Ihr Kind noch nicht laufen will. Manche Kinder brauchen mehr Zeit als andere.

Für alle Dinge, die Ihr Kind lernt, ist Reife notwendig. Richtig ist zwar, dass sich Umweltanreize beschleunigend auf die motorische Entwicklung auswirken können. Aber: Diese sind nur dann erfolgreich, wenn der Körper die nötigen Voraussetzungen entwickelt hat. Vorzeitiges Üben kann nur eine vorübergehende Leistungsbesserung bewirken. Wichtiger ist, dass das Kind in Ruhe Schritt für Schritt gehen kann.

Was nicht heißen soll, dass man das Kind sich selbst überlässt. Seine spontane Aktivität kann durch Erwachsene sanft und ohne Leistungsdruck angeleitet werden. Denn ohne Motivation geht nichts. Durch kleine Erfolge wird das Selbstbewusstsein gestärkt.

Manche Kinder überspringen einzelne Phasen des Laufenlernens. Die Abfolge der Entwicklungsschritte ist überwiegend durch Reifungs- und Wachstumsfaktoren bestimmt. Und deshalb von Kind zu Kind unterschiedlich.

Bei aller Freude über schnelle Fortschritte: Das selbstverständliche Zusammenwirken der Teilschritte ist für spätere Anforderungen wichtig.

Wann braucht mein Kind die ersten Schuhe?

Am besten läuft Ihr Kind barfuß. So hat es ein gutes Gefühl für das Abrollen des Fußes. Ist es zu kalt, sind in Räumen Anti-Rutsch-Socken empfehlenswert.

Die ersten Schuhe braucht es, wenn es im Freien zu kalt ist, um barfuß zu laufen.

Haben Lauflerngeräte oder Babyhopser einen Sinn?

So genannte "Babyhopser" hängen an einer Stahlfeder und werden an einem Türrahmen befestigt. Das Kind sitzt in einer Hose und kann sich auf- und abfedern. Die Fußsohlen werden nicht belastet, das Kind stützt sich mit den Zehenspitzen ab.

Ein Gespür für das Gleichgewicht, das es zum Gehen braucht, kann es mit einem Babyhopser nicht entwickeln. Zudem ist der Bewegungsdrang Ihres Kindes eingeschränkt. Zum Laufen lernen ist ein Babyhopser ungeeignet.

Von Lauflerngeräten ist abzuraten. Durch die halb stehende Position des Kindes werden die Beine und die Hüften stark belastet. Das Kind lernt nicht, die ganzen Fußsohlen zu belasten, es geht stark zehenbetont.

Zum Laufen lernen gehört das Stehen können, was in einem sogenannten "Gehfrei" nicht möglich ist.

Die rollenden Lauflerngeräte sind verantwortlich für schwere Unfälle. Fallen Kinder beispielsweise mit diesem Gerät die Treppe hinab, können sie sich nicht abrollen, sondern bleiben in dem Gerät gefangen und schlagen mit dem Kopf auf.