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Kinder aus dem Haus

Die Zeit ist gekommen. Das Kind zieht aus. Zurück bleiben Eltern mit gemischten Gefühlen. Denn der Abschied ist schwer. Wenn auch manchmal heftig herbeigesehnt, ist der Zeitpunkt, zu dem der Nachwuchs das schützende Nest verlässt, immer auch mit schwermütigen Gefühlen verbunden.

Natürlich, über die Jahre konnten sich die Eltern an kleinere Abschiede gewöhnen. Der Tag, an dem das Kind in den Kindergarten kam, der Beginn der Schulzeit, Ferienfahrten mit einer Jugendgruppe, schließlich die Abnabelung von der Familie in der Pubertät. Nie war es leicht, wenn das Kind einen neuen Schritt in die Selbstständigkeit tat.

Jetzt aber, wenn das Kind auszieht, um in einer eigenen Wohnung zu leben, geht es den Schritt in seine Selbstständigkeit, der die Familienstruktur am nachhaltigsten verändert.

Die Eltern müssen sich von ihrer bisherigen Rolle verabschieden. Und doch bleiben sie natürlich immer noch Eltern. Eltern eines jungen Menschen, der zwar ihr Kind ist, den sie aber als selbstständige, erwachsene Person annehmen müssen. Eine Person, die keine Einmischung von ihrer Seite in seine Lebensgestaltung will und braucht. Wohl aber ihr Vertrauen in seine Kraft, dass es seinen eigenen Weg gehen wird.

Das Kind geht. Und die Eltern?
Das Kind geht. Müssen wir uns aufs Altenteil zurückziehen?

Das Kind geht. Und die Eltern?

Geht Ihr Kind aus dem Haus, müssen Sie Ihr Leben neu gestalten. Die Selbstständigkeit Ihres Nachwuchses wirft Sie auf sich selbst zurück.

Verbunden mit sich einander abwechselnden Gefühlen der Trauer, der Freude, auch der Erleichterung. Einerseits sind Sie traurig, dass Ihr Kind nun erwachsen ist und seinen eigenen Weg geht. Andererseits freuen Sie sich auch, dass Sie nun endlich wieder ein unabhängigeres Leben führen können.

Dieser Wechsel der Gefühle wird noch eine Zeit dauern, bis Sie sich schließlich in Ihrem neuen Leben eingerichtet haben. Zwar immer noch als Eltern, aber ohne weiter verantwortlich zu sein für die Lebensgestaltung Ihres Kindes.

Ihr Kind verlässt das Elternhaus. Das heißt nicht, dass es Sie - seine Eltern - verlässt. Im Gegenteil. Das sich entfernende Kind möchte immer, dass seine Eltern erreichbar bleiben. Das war als Kleinkind so, und das ist heute, wo es das Elternhaus verlässt, nicht anders. Die Eltern bleiben sein Anker.

Das Kind geht. Müssen wir uns aufs Altenteil zurückziehen?

Jahrelang haben Sie auf vieles verzichtet, um diesen jungen Menschen großzuziehen, der nun flügge geworden auszieht, um ein eigenes, selbstverantwortliches Leben zu starten. Mit Erstaunen, Stolz, Schmerz und auch Angst sehen Sie auf Ihr Kind.

Aber jetzt wird sich Ihr Leben verändern, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Müssen sich Eltern also auf das Altenteil zurückziehen?

Das bestimmt nicht. Wenn Sie auch nicht mehr am Beginn des Lebens stehen, bedeutet das nicht, dass es nicht noch neue Möglichkeiten der weiteren Lebensgestaltung für Sie gibt. Lassen Sie sich auf das Neue der veränderten Situation ein.

Auf einmal herrscht nämlich diese wohltuende Ruhe in der Wohnung, die Sie sich so oft herbeigewünscht haben. Sie können wieder ein unabhängigeres Leben führen. Reisen müssen nicht mehr mit Rücksicht auf den Nachwuchs und dessen Bedürfnisse gestaltet werden. Es gibt mehr Platz in der Wohnung.

Und: Der Partnerschaft wächst wieder eine neue Bedeutung zu. Gespräche, gemeinsame Unternehmungen, die Verfolgung gemeinsamer Interessen können eine neue, andere Basis des Zusammenlebens schaffen, als sie mit Kind im Haus möglich war.

Sehen und nutzen Sie die neue Freiheit als Chance, etwas für sich selbst zu tun. Wenn Sie dazu bereit sind, können Sie viel gewinnen. Denn Sie geben auch der Beziehung zu Ihrem Nachwuchs eine Chance, sich zu etwas Neuem zu entwickeln.

Bis dann das Telefongespräch mit der Tochter, der Besuch des Sohnes schließlich zu etwas Besonderem wird. Ein Kontakt zu Ihrem Kind, auf den Sie sich freuen, den Sie aber nicht mehr ständig brauchen.