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Betreuungsgeld

Das Betreuungsgeld ist für Eltern gedacht, die ihre Kinder im Alter von einem oder zwei Jahren nicht in öffentlichen oder öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen betreuen lassen, sondern sich selbst um ihre Kinder kümmern oder die Betreuung im privaten Umfeld organisieren.
Das Betreuungsgeld wurde am 1. August 2013 eingeführt und gilt für Kinder, die ab dem 1. August 2012 geboren wurden.

Wer hat Anspruch auf das Betreuungsgeld?
Wie hoch ist das Betreuungsgeld?
Wann und wie lange wird das Betreuungsgeld gezahlt?
Können neben dem Betreuungsgeld noch andere Leistungen in Anspruch genommen werden?
Wo und wie wird das Betreuungsgeld beantragt?

Wer hat Anspruch auf das Betreuungsgeld?

Anspruch auf das Betreuungsgeld haben Sie, wenn Sie

  • Ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben,
  • mit Ihrem Kind zusammen in einem Haushalt leben,
  • für Ihr Kind keinen Platz in einer öffentlich geförderten Kindertagesbetreuung beanspruchen (damit sind zum Beispiel Kindertageseinrichtungen oder die Kindertagespflege gemeint).

Falls Sie für Ihr Kind eine Kindertagesbetreuung in Anspruch nehmen, ist für die Beantragung des Betreuungsgeldes entscheidend, ob diese von öffentlicher Seite gefördert wird. Wird die Kindertagesbetreuung öffentlich gefördert, bekommen Sie kein Betreuungsgeld – wird die Kindertagesbetreuung jedoch nicht öffentlich gefördert, können Sie trotz der Betreuung Ihres Kindes Betreuungsgeld beantragen.

Das Betreuungsgeld wird unabhängig von der Erwerbstätigkeit der Eltern gezahlt.

Für Adoptivkinder besteht ebenfalls ein Anspruch auf das Betreuungsgeld. Dies gilt auch in der Zeit, in der sich das Kind in der Adoptionspflege befindet.

Verwandte bis zum dritten Grad (zum Beispiel Großeltern) können im Fall einer schweren Krankheit, Schwerbehinderung oder des Todes der Eltern einen Anspruch auf Betreuungsgeld haben, sofern sie für das Kind sorgen.

Liegt das zu versteuernde Einkommen pro Kalenderjahr vor Geburt des Kindes bei Alleinerziehenden über 250.000 € und bei Elternpaaren über 500.000 € haben sie keinen Anspruch auf Betreuungsgeld.

Wie hoch ist das Betreuungsgeld?

Das Betreuungsgeld beläuft sich seit dem 1. August 2013 auf je 100 Euro pro Monat. Am 1. August 2014 wurde das Betreuungsgeld auf 150 Euro pro Monat erhöht.

Wann und wie lange wird das Betreuungsgeld gezahlt?

In der Regel kann ab dem 15. Lebensmonat eines Kindes das Betreuungsgeld in Anspruch genommen werden. Dieser Anspruch endet immer mit dem Ende des 36. Lebensmonats des Kindes.
In Ausnahmefällen kann das Betreuungsgeld auch vor dem 15. Lebensmonat bezogen werden, wenn die Elterngeldmonate bereits aufgebraucht sind.

Das Betreuungsgeld wird für jedes Kind höchstens für einen Zeitraum von 22 Monaten gezahlt (auch wenn das Kind den 36. Lebensmonat noch nicht vollendet hat).

Können neben dem Betreuungsgeld noch andere Leistungen in Anspruch genommen werden?

Ob das Betreuungsgeld neben anderen Leistungen bezogen werden kann, hängt immer von der Art der anderen Leistung ab:

Betreuungsgeld und Sozialleistungen:

Beim Bezug von Arbeitslosengeld II oderSozialhilfe kann das Betreuungsgeld zwar in Anspruch genommen werden, wird aber in voller Höhe als Einkommen angerechnet. Ebenso verhält es sich beim Kinderzuschlag.

Betreuungsgeld und Elterngeld:

Für ein Kind kann das Betreuungsgeld nicht gleichzeitig mit dem Elterngeld bezogen werden. Wenn beide Elternteile in Elternzeit gehen, so haben sie in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes Anspruch auf Elterngeld und ab dem 15. Lebensmonat auf Betreuungsgeld.

Betreuungsgeld und Bayerisches Landeserziehungsgeld:

Das Bayerische Landeserziehungsgeld unterliegt anderen Anspruchsvoraussetzungen als das Betreuungsgeld. Beide Leistungen können gleichzeitig und unabhängig voneinander bezogen werden.

Wo und wie wird das Betreuungsgeld beantragt?

Anträge auf Betreuungsgeld werden in Bayern bei den jeweiligen Regionalstellen des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZBFS) gestellt. Die Anträge für das Betreuungsgeld werden etwa sechs Wochen vor Beginn des Betreuungsgeldanspruchs automatisch zugeschickt. Dies gilt für alle Eltern, die vorher Elterngeld beantragt haben. Viele Daten liegen dem ZBFS somit schon vor.

Für zugezogene Eltern oder Eltern, die kein Elterngeld bezogen haben stellt das ZBFS den Antrag als Download zur Verfügung. Der Antrag soll aber erst dann gestellt werden, wenn sicher ist, dass kein automatischer Versand des Antrags erfolgt. Eine Antragsstellung im Internet soll also nicht vor dem Ende des Bezugs von Elterngeld erfolgen.

Die Beantragung des Betreuungsgeldes muss in jedem Fall schriftlich erfolgen. Das Betreuungsgeld kann rückwirkend für maximal drei Lebensmonate vor Eingang des Antrags gezahlt werden.